FRANZ VON STUCK ‘Portrait of a Lady à la Japonaise’
15.05 - 30.09.2026
FRANZ VON STUCK Damenporträt à la japonaise 15. Mai bis 30. September 2026
Das Museum Villa Stuck freut sich über die anstehende Schenkung eines Gemäldes von Franz von Stuck mit dem Titel „Damenporträt à la japonaise“ für seine Sammlungen vom Verein zur Förderung der Stiftung Villa Stuck e. V..
Das Werk kehrt damit an den Ort seiner Entstehung zurück. Im Besitz der Sammlungen befindet darüber hinaus eine Porträtfotografie des unbekannten Modells, die von Franz oder Mary von Stuck im eigenen Fotostudio aufgenommen wurde sowie eine Ansicht des Alten Ateliers der Villa Stuck um 1900, auf der das Gemälde auf einer Staffelei zu sehen ist. Kostümierungen in exotischer Tracht durchziehen Franz von Stucks gesamtes Werk – bekannt sind seine zahlreichen Rollenporträts seiner Tochter als Torero, Infantin nach Diego Velasquez und Griechin oder von Modellen als Ägypterin, Römerin oder als Spanierin, meist umgeben sind von einer Aura des Geheimnisvollen und Rätselhaften. Dies gilt auch für unser Bildnis, das in Bezug auf Exotik in Stucks Werk einen neuen Aspekt hinzufügt, der den Blick auf eine außereuropäische Kultur richtet: Es zeigt eine unbekannte Dame in einem kunstvoll bestickten Kimono, in selbstbewusster, beinahe herausfordernde Haltung. Sie trägt einen geknoteten Obi-Gürtel, ist stark geschminkt mit kleinem roten Mund, rotem Rouge auf den Wangen und einem hellen, porzellanartigen Teint einer japanischen Geisha und trägt die traditionellen Haarnadeln Kanzashis, die als Glücksbringer und in neuerer Zeit zumeist von Bräuten getragen wurden. Seit sich Japan nach jahrhundertelanger Isolation 1873 erstmals auf der Weltausstellung in Wien dem Westen präsentiert und 1885 in München die erste Japan-Ausstellung in Deutschland stattgefunden hatte, wurde die Stadt von einem regelrechten Japanfieber erfasst. Unter den internationalen Musiktheaterproduktionen, prägte besonders die 1886 im Gärtnerplatztheater aufgeführte Oper Der Mikado (Gilbert & Sullivan, London1885) und Die Geisha in Wien 1898 (Sidney Jones, London 1896) das Japanbild als westliche Fantasie mit üppigen Kostümen und sinnlicher Musik – in der Folge sollen bis zu hundert Geschäfte die Münchner Gesellschaft mit japanischen Stoffen, Geräten und Schmuck versorgt haben. Franz von Stucks Ehefrau trat als begabte Sängerin in privaten Vorstellungen in Der Mikado auf und der Kgl. Hofschauspieler Konrad Dreher, der mit Stuck befreundet war, brillierte viele Jahre in der Hauptrolle der Münchner Produktion.
Kuratiert von Margot Th. Brandlhuber
Ilit Azoulay "No Single View"
15.05 - 18.10.2026
Ilit Azoulay "No Single View"
Die Künstlerin Ilit Azoulay ist eine Geschichtenerzählerin. Sie arbeitet präzise mit einer Makrokamera, auf der Suche nach verborgenen Details und bislang übersehenen Spuren. Internationale Anerkennung erlangte sie durch archäologisch anmutende Projekte, die oft über längere Zeit an Orten wie Depots, Archiven oder Stadthäusern entstehen. Dort nimmt sie Funde aus verschiedenen Zeiten auf und verwebt sie zu vielstimmigen Geschichten.
Das Museum VILLA STUCK hat Ilit Azoulay eingeladen, sich während der musealen Sanierung mit der Baustelle und dem Interimsquartier in der Goethestraße 54 zu beschäftigen. Daraus entwickelte sich schnell eine detektivische Spurensuche: Wer hatte früher hier gelebt und gearbeitet? Welche Spuren blieben zurück, welche Geschichten schlummern noch zwischen Wänden und Böden? Die Künstlerin sammelte nicht nur ihre Eindrücke, sondern nahm auch Materialproben und zurückgelassene Objekte auf. Wie eine Archäologin arbeitete sie sich kleinteilig voran, sortierte und dokumentierte ihre Funde mit akribischer Sorgfalt. Daraus sind zwei Ausstellungen entstanden.
Unter dem Titel „Stopover“ legte Azoulay 2024 zunächst das Augenmerk auf die NS-Geschichte des Hauses an der Goethestraße, das als Zwangsunterkunft für verfolgte jüdische Personen diente. Das zweite Projekt eröffnet 2026 im frisch sanierten Museum. Für „No Single View“ verlagert sich nun die Recherche auf die Villa Stuck und die Menschen, die mit dem Haus an der Prinzregentenstraße 60 verbunden sind. In einer 3-Kanal-Installation erzählt Azoulay eine kaleidoskopartige Geschichte von Mary Stuck, der einzigen leiblichen Tochter des Künstlers. Mary wurde 1896 als uneheliche Tochter von Franz von Stuck und der Kellnerin Anna-Maria Brandmeier geboren und erst 1904 nach einem Rechtsstreit vom Künstlerehepaar adoptiert. Die Recherche zu Stucks Familie verschränkt die Künstlerin mit ihren Funden in einer Reihe neuer Fotocollagen, die eigens für die Ausstellung entstanden sind. Wie wahrhaftig diese Geschichten sind und wie real die dargestellten Charaktere, sind Fragen, die die Besucher*innen der Ausstellung begleiten.
Kuratiert von Helena Pereña, zur Ausstellung erscheint ein Buch beim Steidl Verlag.
Delschad Numan Khorschid und Jan-Hendrik Pelz "Zehn Leben"
15.05 - 08.11.2026
Delschad Numan Khorschid und Jan-Hendrik Pelz "Zehn Leben"
Flucht, Trauma und Sehnsucht sind die zentralen Themen der Ausstellung „Zehn Leben“ von Delschad Numan Khorschid und Jan-Hendrik Pelz im Museum Villa Stuck. Delschad Numan Khorschid, Ensemblemitglied des Münchner Residenztheaters, verarbeitet die traumatischen Erinnerungen an seine einsame Flucht als Kurde aus dem Irak nach Deutschland in Gemälden, Fotografien und Texten. Jan-Hendrik Pelz macht mit großformatigen, meist fotorealistischen Gemälden und Skulpturen auf migrantische Schicksale und die damit verbundenen Traumata aufmerksam. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftspolitischer Debatten, in denen Migration häufig auf Zahlen sowie Zurückweisungs- und Beschränkungsforderungen reduziert wird, eröffnet diese Ausstellung einen Raum für Empathie und Verständnis. In dem derzeitigen Klima des Unerwünschtseins sind die Werke dieser Ausstellung ein bewegender und kraftvoller Aufruf zu mehr Menschlichkeit.
Der Autor, Schauspieler und Künstler Delschad Numan Khorschid wurde Anfang der 1980er Jahre im Norden des Irak geboren; seine Familie gehörte zur kurdischen Minderheit. Während der sogenannten „Anfal-Operation“ Ende der 1980er Jahre, einem unter dem Baath-Regime von Saddam Hussein verübten Genozid an den Kurden, verlor er seinen Vater und große Teile seiner Familie. Auch nach der „Anfal-Operation“ durften kurdische Kinder keine Schule besuchen und blieben staatenlos. Delschad Khorschid brachte sich Lesen und Schreiben selbst bei – mit Stiftstummeln und Papierfetzen, die er im Müll fand.
Nach einer über zweijährigen Flucht kam Khorschid 2003 in München an. Die private Schauspielschule in Berlin, an der er 2016 seinen Abschluss machte, war die erste Schule, die er in seinem Leben besuchte. Seit 2019 ist er Ensemblemitglied des Münchner Residenztheaters. Im selben Jahr erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft und damit den ersten Pass seines Lebens. 2025 wurde er für sein Buch „Nirgendwo ist mein Zuhause“ (Schillo Verlag) mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur ausgezeichnet.
Jan-Hendrik Pelz wurde 1984 in Filderstadt geboren und studierte an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Christian Jankowski. 2011 absolvierte er ein Erasmus-Stipendium in Basel, 2018 folgte im Rahmen des Weißenhof-Programms der Meisterschüler-Titel. Er arbeitet derzeit in den Bereichen Malerei, Installation sowie Konzept- und Videokunst. Jan-Hendrik Pelz nahm an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil. Unter anderem präsentierte er seine Werke in New York (USA), Bogotá (Kolumbien), auf der Istanbul-Biennale in der Türkei sowie in Ausstellungen in London. 2022 wurde das Projekt „An Inner Place“ während der documenta 15 im ruruHaus gezeigt.
Kuratiert von Anne Marr
FRANZ VON STUCK "Damenporträt à la japonaise"
15.05 - 30.09.2026
FRANZ VON STUCK Damenporträt à la japonaise 15. Mai bis 30. September 2026
Das Museum Villa Stuck freut sich über die anstehende Schenkung eines Gemäldes von Franz von Stuck mit dem Titel „Damenporträt à la japonaise“ für seine Sammlungen vom Verein zur Förderung der Stiftung Villa Stuck e. V..
Das Werk kehrt damit an den Ort seiner Entstehung zurück. Im Besitz der Sammlungen befindet darüber hinaus eine Porträtfotografie des unbekannten Modells, die von Franz oder Mary von Stuck im eigenen Fotostudio aufgenommen wurde sowie eine Ansicht des Alten Ateliers der Villa Stuck um 1900, auf der das Gemälde auf einer Staffelei zu sehen ist. Kostümierungen in exotischer Tracht durchziehen Franz von Stucks gesamtes Werk – bekannt sind seine zahlreichen Rollenporträts seiner Tochter als Torero, Infantin nach Diego Velasquez und Griechin oder von Modellen als Ägypterin, Römerin oder als Spanierin, meist umgeben sind von einer Aura des Geheimnisvollen und Rätselhaften. Dies gilt auch für unser Bildnis, das in Bezug auf Exotik in Stucks Werk einen neuen Aspekt hinzufügt, der den Blick auf eine außereuropäische Kultur richtet: Es zeigt eine unbekannte Dame in einem kunstvoll bestickten Kimono, in selbstbewusster, beinahe herausfordernde Haltung. Sie trägt einen geknoteten Obi-Gürtel, ist stark geschminkt mit kleinem roten Mund, rotem Rouge auf den Wangen und einem hellen, porzellanartigen Teint einer japanischen Geisha und trägt die traditionellen Haarnadeln Kanzashis, die als Glücksbringer und in neuerer Zeit zumeist von Bräuten getragen wurden. Seit sich Japan nach jahrhundertelanger Isolation 1873 erstmals auf der Weltausstellung in Wien dem Westen präsentiert und 1885 in München die erste Japan-Ausstellung in Deutschland stattgefunden hatte, wurde die Stadt von einem regelrechten Japanfieber erfasst. Unter den internationalen Musiktheaterproduktionen, prägte besonders die 1886 im Gärtnerplatztheater aufgeführte Oper Der Mikado (Gilbert & Sullivan, London1885) und Die Geisha in Wien 1898 (Sidney Jones, London 1896) das Japanbild als westliche Fantasie mit üppigen Kostümen und sinnlicher Musik – in der Folge sollen bis zu hundert Geschäfte die Münchner Gesellschaft mit japanischen Stoffen, Geräten und Schmuck versorgt haben. Franz von Stucks Ehefrau trat als begabte Sängerin in privaten Vorstellungen in Der Mikado auf und der Kgl. Hofschauspieler Konrad Dreher, der mit Stuck befreundet war, brillierte viele Jahre in der Hauptrolle der Münchner Produktion.
Kuratiert von Margot Th. Brandlhuber
Ilit Azoulay "No Single View"
15.05 - 18.10.2026
Ilit Azoulay "No Single View"
Die Künstlerin Ilit Azoulay ist eine Geschichtenerzählerin. Sie arbeitet präzise mit einer Makrokamera, auf der Suche nach verborgenen Details und bislang übersehenen Spuren. Internationale Anerkennung erlangte sie durch archäologisch anmutende Projekte, die oft über längere Zeit an Orten wie Depots, Archiven oder Stadthäusern entstehen. Dort nimmt sie Funde aus verschiedenen Zeiten auf und verwebt sie zu vielstimmigen Geschichten.
Das Museum VILLA STUCK hat Ilit Azoulay eingeladen, sich während der musealen Sanierung mit der Baustelle und dem Interimsquartier in der Goethestraße 54 zu beschäftigen. Daraus entwickelte sich schnell eine detektivische Spurensuche: Wer hatte früher hier gelebt und gearbeitet? Welche Spuren blieben zurück, welche Geschichten schlummern noch zwischen Wänden und Böden? Die Künstlerin sammelte nicht nur ihre Eindrücke, sondern nahm auch Materialproben und zurückgelassene Objekte auf. Wie eine Archäologin arbeitete sie sich kleinteilig voran, sortierte und dokumentierte ihre Funde mit akribischer Sorgfalt. Daraus sind zwei Ausstellungen entstanden.
Unter dem Titel „Stopover“ legte Azoulay 2024 zunächst das Augenmerk auf die NS-Geschichte des Hauses an der Goethestraße, das als Zwangsunterkunft für verfolgte jüdische Personen diente. Das zweite Projekt eröffnet 2026 im frisch sanierten Museum. Für „No Single View“ verlagert sich nun die Recherche auf die Villa Stuck und die Menschen, die mit dem Haus an der Prinzregentenstraße 60 verbunden sind. In einer 3-Kanal-Installation erzählt Azoulay eine kaleidoskopartige Geschichte von Mary Stuck, der einzigen leiblichen Tochter des Künstlers. Mary wurde 1896 als uneheliche Tochter von Franz von Stuck und der Kellnerin Anna-Maria Brandmeier geboren und erst 1904 nach einem Rechtsstreit vom Künstlerehepaar adoptiert. Die Recherche zu Stucks Familie verschränkt die Künstlerin mit ihren Funden in einer Reihe neuer Fotocollagen, die eigens für die Ausstellung entstanden sind. Wie wahrhaftig diese Geschichten sind und wie real die dargestellten Charaktere, sind Fragen, die die Besucher*innen der Ausstellung begleiten.
Kuratiert von Helena Pereña, zur Ausstellung erscheint ein Buch beim Steidl Verlag.
Delschad Numan Khorschid und Jan-Hendrik Pelz "Zehn Leben"
15.05 - 08.11.2026
Delschad Numan Khorschid und Jan-Hendrik Pelz "Zehn Leben"
Flucht, Trauma und Sehnsucht sind die zentralen Themen der Ausstellung „Zehn Leben“ von Delschad Numan Khorschid und Jan-Hendrik Pelz im Museum Villa Stuck. Delschad Numan Khorschid, Ensemblemitglied des Münchner Residenztheaters, verarbeitet die traumatischen Erinnerungen an seine einsame Flucht als Kurde aus dem Irak nach Deutschland in Gemälden, Fotografien und Texten. Jan-Hendrik Pelz macht mit großformatigen, meist fotorealistischen Gemälden und Skulpturen auf migrantische Schicksale und die damit verbundenen Traumata aufmerksam. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftspolitischer Debatten, in denen Migration häufig auf Zahlen sowie Zurückweisungs- und Beschränkungsforderungen reduziert wird, eröffnet diese Ausstellung einen Raum für Empathie und Verständnis. In dem derzeitigen Klima des Unerwünschtseins sind die Werke dieser Ausstellung ein bewegender und kraftvoller Aufruf zu mehr Menschlichkeit.
Der Autor, Schauspieler und Künstler Delschad Numan Khorschid wurde Anfang der 1980er Jahre im Norden des Irak geboren; seine Familie gehörte zur kurdischen Minderheit. Während der sogenannten „Anfal-Operation“ Ende der 1980er Jahre, einem unter dem Baath-Regime von Saddam Hussein verübten Genozid an den Kurden, verlor er seinen Vater und große Teile seiner Familie. Auch nach der „Anfal-Operation“ durften kurdische Kinder keine Schule besuchen und blieben staatenlos. Delschad Khorschid brachte sich Lesen und Schreiben selbst bei – mit Stiftstummeln und Papierfetzen, die er im Müll fand.
Nach einer über zweijährigen Flucht kam Khorschid 2003 in München an. Die private Schauspielschule in Berlin, an der er 2016 seinen Abschluss machte, war die erste Schule, die er in seinem Leben besuchte. Seit 2019 ist er Ensemblemitglied des Münchner Residenztheaters. Im selben Jahr erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft und damit den ersten Pass seines Lebens. 2025 wurde er für sein Buch „Nirgendwo ist mein Zuhause“ (Schillo Verlag) mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur ausgezeichnet.
Jan-Hendrik Pelz wurde 1984 in Filderstadt geboren und studierte an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Christian Jankowski. 2011 absolvierte er ein Erasmus-Stipendium in Basel, 2018 folgte im Rahmen des Weißenhof-Programms der Meisterschüler-Titel. Er arbeitet derzeit in den Bereichen Malerei, Installation sowie Konzept- und Videokunst. Jan-Hendrik Pelz nahm an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil. Unter anderem präsentierte er seine Werke in New York (USA), Bogotá (Kolumbien), auf der Istanbul-Biennale in der Türkei sowie in Ausstellungen in London. 2022 wurde das Projekt „An Inner Place“ während der documenta 15 im ruruHaus gezeigt.
Kuratiert von Anne Marr